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Andere Seiten aufziehen*. Oder Profile. Je nachdem.

*Ja, ich weiß, dass es eigentlich „Saiten“ sind, die man aufzieht. Aber damit hätte das Wortspiel nicht hingehauen.


Profil vs. Seite
Die Aussage: „Das steht alles auf meiner facebook-Seite“ kann zweierlei bedeuten. Entweder ist damit das „Profil“ gemeint, oder in der Tat eine „Seite“. Die meisten facebook-Nutzer erkennen auf den ersten Blick, ob sie sich auf einem Profil oder einer Seite befinden, es gibt nämlich einen augenscheinlichen Unterschied.

Profile haben „Freunde“, Seiten haben „Fans“ (bzw. Anhänger, Follower, oder wie auch immer man das nennen mag). Befinden Sie sich also auf einem Nutzerprofil, dürfte es dort in den meisten Fällen eine Sektion geben, die so aussieht:

freundinhinzufügen

Dann können Sie sicher sein, dass es Sie auf die private Seite einer Person verschlagen hat. Wobei…ich habe schon öfter die Erfahrung gemacht, dass der Unterschied zwischen Profil und Seite nicht jedem klar zu sein scheint. Etliche Einrichtungen aus dem sozialen Bereich verwenden „Profile“, obwohl sie „Seiten“ verwenden sollten.

Auf einer Seite würde die entsprechende Sektion so aussehen:

facebookseite

Na schön, Seiten haben also Fans, Profile haben Freunde. Und das soll jetzt der große Unterschied sein? Mitnichten. Als Privatperson kommunizieren Sie über das Profil an Freunde, Bekannte, Kollegen, knüpfen neue persönliche, private Kontakte und sprechen für sich als Einzelperson.

Ein anderer wichtiger Unterschied: Profile können mittels Privatsphäreeinstellungen (ja, die gibt es tatsächlich) so konfiguriert werden, dann Inhalte nur für bestimmte Personen oder sogar nur Sie sichtbar sind. Bei Seiten sind alle Inhalte immer öffentlich sichtbar! Das ist auch sinnvoll, schließlich sollen Seiten eine möglichst breite Öffentlichkeit ansprechen. Sie können eine Seite allerdings für bestimmte Altersgruppen und Länder sperren bzw. freigeben, falls Sie nicht jugendfreie Inhalte publizieren. Oder falls ein Bezug zu Alkohol besteht. Kein Witz.

sichtbarkeitseinstellungen

Ihr Profil ist erkennbar mit ihrer Person verknüpft – es sei denn, Sie verstoßen absichtlich gegen die facebook-Richtlinien, indem Sie nicht unter Ihrem Klarnamen und mit einem echten Foto von sich auftreten. Nachzulesen dort u.a. unter Punkt 4. Ich kann an dieser Stelle zwar sagen, dass viele meiner Kontakte bei facebook unter Pseudonymen unterwegs sind, werde mich aber hüten, Ihnen deshalb zu sagen, dass das sowieso keiner prüft bei mehr als einer Milliarde Mitgliedern.

seiteninhaber

Admins einer facebook-Seite können sichtbar gemacht werden

Legen Sie eine Seite an, sei es für eine Einrichtung, eine Band, eine Person des öffentlichen Lebens, einen Künstler etc., so ist diese nicht an eine Person geknüpft (obwohl sie letztlich natürlich von einer verwaltet wird), sondern kann für einen Verband, Verein oder auch ein Modelabel sprechen.

Um eine facebook-Seite einzurichten, müssen Sie einen facebook-Account besitzen bzw. werden Sie im Prozess des Anlegens einer Seite genötigt gebeten, einen solchen anzulegen. Selbst wenn Sie Ihren privaten Account verwenden, ist das nicht problematisch, wie Sie gleich sehen werden. Es ist allerdings auch möglich, einen Account anzulegen, der innerhalb facebooks unsichtbar ist (ja, das geht, habe ich selbst probiert) und den Sie als Administrationsaccount einsetzen können. Sinnvoller, besonders wegen der Möglichkeit des Einladens von Freunden, ist es allerdings, einen schon bestehende Profil-Account zu verwenden.

Auf einer Seite ist es nicht standardmäßig zu ersehen, wer diese angelegt hat oder welche Administratoren die Seite hat. Sie können dies sichtbar machen unter den „Einstellungen“ im Bereich „Empfohlen“. Dort ist es möglich, die Admins der Seite öffentlich sichtbar zu machen. Allerdings zeigt facebook die Administratoren nicht direkt auf der Frontseite, sondern im Info-Bereich.

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Informationen zu den Administratoren einer Seite finden Sie im Info-Bereich

Warum sollten Sie sich als Seiten-Admin zu erkennen geben?
Besonders für soziale Einrichtungen sind Vertrauen und Transparenz besonders wichtig. Daher können Sie mir der Kenntlichmachung der Administratoren einer Seite zeigen, wer wirklich dahinter steckt. Das ist einer der wenigen Wege, eine Seite tatsächlich zu „validieren“, denn wie Sie vielleicht wissen, kann im Prinzip jeder eine beliebig benannte Seite anlegen und sich dadurch für eine andere Einrichtung ausgeben. Was für Profile geht (mehr zu „Cybermobbing und Identitätsdiebstahl“), ist nämlich auch bei Seiten möglich.

Eitelkeit ist keine Sünde – die „vanity-URL“
Eine weitere Möglichkeit, die „Echtheit“ Ihrer Seite zu unterstreichen ist das Sichern einer sogenannten „Vanity-URL“ (engl. „vanity“ vom lateinischen vanitas: „Eitelkeit“). Facebook nennt das bei Seiten verwirrenderweise „Nutzername“, ebenso wie bei Profilen. Legen Sie eine facebook-Seite an, so können Sie diese zunächst nur über einen recht kryptischen Zahlenlink direkt aufrufen.

Die normale Adresse der SozialVernetzer-facebook-Seite lautet:
www.facebook.com/360386920748389

Total einprägsam, nicht wahr?

Schöner und vor allem viel leichter zu merken: www.facebook.com/sozialvernetzer

Im Menü „Seite bearbeiten“ können Sie unter dem Punkt „Öffentliche Informationen aktualisieren“ und dann „Allgemeine Informationen“ einen Namen aussuchen, der dann hinter der Adresse www.facebook.com/ aufgerufen werden kann. Anders als bei Profil- oder Seitennamen sind vanity-URLs jedoch einzigartig. Sie können also versuchen, die vanity-URL Ihrer Seite „Sozialvernetzer“ zu nennen – funktionieren dürfte das allerdings nicht. Diesen Namen habe ich mir schon gesichert.

Zwischen Profil und Seiten wechseln
Sie haben also eine Seite angelegt, einen „Nutzernamen“ vergeben und möchten anfangen, Ihre Schöpfung innerhalb von facebook bekannt zu machen. Solange Sie als Profil kommunizieren (also nicht als Seite unterwegs sind…aber dazu kommen wir gleich), können Sie Ihre Seite Ihren facebook-Freunden empfehlen.

Dazu rufen Sie Ihre Seite auf.
seiten_aufrufen

Durch Klick auf eine Ihrer Seiten gelangen Sie dorthin. Beachten Sie die markierte Passage. Solange Sie sich nun auf Ihrer Seite befinden, können Sie dort entweder im Namen Ihre Seite etwas veröffentlichen, oder sich dafür entscheiden, lieber unter Ihrem privaten Namen dort etwas zu veröffentlichen.

als_seite_kommunizieren

Das ist völlig ausreichend, wenn Sie beispielsweise Kommentare auf Ihrer Seite beantworten oder „liken“ möchten („gefällt mir“) oder eigene Nachrichten verfassen wollen. Wenn Sie jedoch als Seite andere Seiten besuchen möchten, um dort im Namen ihrer Seite aufzutreten und nicht als Person (nämlich als Profil, Sie ahnen es), dann kommen Sie so nicht weiter. Um Freunde Ihres Profil als potentielle Fans Ihrer Seite einzuladen und die Seite zu teilen, reicht es aber. Verwirrend, ich weiß.

seite_teilen_freunde_einladen

Um als Seite in facebook herum zu surfen, müssen Sie das facebook mitteilen. Es gibt dafür eine Funktion. Sie finden diese hinter dem Zahnradsymbol rechts oben. Dort können Sie mittels eines Mausklicks Ihre Identität wechseln. Naja, zumindest im facebook-Kontext.

als_seite_verwenden

Glückwunsch! Sie sind jetzt eine Seite. Nun können Sie neben dem Profil-Stream, also dem Nachrichtenstrom, der Sie nach dem Login bei facebook normalerweise begrüßt…

stream_profil

Nachrichtenstrom eines Profils. Mein Name steht links und rechts.

…auch auf den Stream der Seite zugreifen. Dazu müssen Sie wie gesagt die Sache mit dem Zahnradsymbol gemacht haben.

stream_seite

Nachrichten-Strom einer Seite. Der Seitenname steht links und rechts.

Was können Sie als Seite tun und was nicht?
Jetzt kommt der eigentlich interessante Teil für Einrichtungen, Verbände und Vereine, die an Vernetzung auf professioneller Ebene interessiert sind. Als Seite können Sie zu anderen Seiten gehen und auf diesen „gefällt mir“ klicken! Dadurch fügen Sie diese Seiten ihrem Seiten-Nachrichten-Strom hinzu und sehen alle Beiträge anderer Seiten, bei denen Sie „gefällt mir“ geklickt haben.

Das funktioniert grundlegend ganz genau so, als wenn Sie unter Ihrem Profil eine interessante Seite entdecken und dort gefällt mir klicken. Ab sofort tauchen alle Neuigkeiten dieser Seite potentiell in Ihrem Stream auf. Sofern facebook sie als wichtig genug erachtet, aber dazu schreibe ich ein andermal mehr.

Jedenfalls können sich Seiten untereinander vernetzen, sich gegenseitig Informationen zukommen lassen, die Beiträge gegenseitig (im Namen der Seiten natürlich) kommentieren und mit einander interagieren. Sie können die Arbeit anderer  Einrichtungen im Auge behalten (nun, solange diese darüber bei facebook berichten) und sich dazu mitteilen.

Seiten können jedoch keine „Freunde“ haben, sie können keine Kommentare auf Profilen schreiben und auch keine privaten Nachrichten an Profile schreiben. Durchaus sinnvoll, wie ich finde, sonst könnte man sich vor Werbung gar nicht mehr retten.

Sie möchten mehr über Seiten und Profile bei facebook wissen?
Ich schreibe gern weitere Artikel zu konkreten Fragen. Nehmen Sie einfach Kontakt auf.


Nützliche Links

Hier erstellen Sie eine facebook-Seite: https://www.facebook.com/pages/create/

Prüfen, ob ein Nutzername noch verfügbar ist: https://www.facebook.com/username

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