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„Spezialdienste“ oder: Manche sind gleicher

Modernes Raubrittertum?

Sascha Dinse, Sozialvernetzer und freiberuflicher Dozent für MedienkompetenzManchmal bewundere ich ja die Wahrnehmung und Denkweise von Wirtschaftsbossen und Politikern. Und dann ist es auch gleich wieder vorbei. Da geschieht irgendetwas, bei dem normale Menschen (zu denen ich mich hier mal zähle) die Hände über dem Kopf zusammenschlagen müssten, bei dem alle, die nicht nur an Gewinnmaximierung oder politische Macht denken, graue Haare bekommen müssten … doch der Kapitalist denkt sich: „Endlich, endlich kann ich die Menschen für etwas zahlen lassen, was sie vorher umsonst bekamen!“. Und lacht schallend, Dr. Evil lässt grüßen.

So wurde gerade vor einigen Tagen auf EU-Ebene die Netzneutralität beschlossen. Yay! Wenn das kein Grund zur Freude ist. Naja, schaut man dann mal genauer hin, stellt man fest, dass Netzneutralität eigentlich genau NICHT beschlossen wurde, denn es gibt mit den „Spezialdiensten“ ein Schlupfloch, das groß genug ist, dass sich Telekom-Chef Höttges darin aufrecht hinstellen kann. „Spezialdienste“, so nennt die Telekom fortan alles, wofür sie Kunden gesondert zu Kasse bitten möchte. Auch wenn das in der offiziellen Darstellung anders klingt. Aber hübsch der Reihe nach.

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Echtzeit? Na, wird auch echt Zeit.

Deutschland ist ja nicht unbedingt dafür bekannt, ein, was #Neuland-Dinge angeht, besonders fortschrittliches Land zu sein. Schlechte Netz-Infrastruktur, im internationalen Vergleich sehr hohe Kosten für mobiles Internet, rechtlicher Hickhack um freies WLAN und eher mäßige Medienkompetenz. Und dann, ja dann haben wir auch noch Herrn Oettinger nach Brüssel geschickt …

Echtzeit heißt das Zauberwort

Daher überraschte es mich unlängst umso mehr, als ich via Facebook darauf aufmerksam wurde, dass eine Pressekonferenz in Berlin live gestreamt übertragen wurde (nicht in Facebook, aber dazu kommen wir noch). „Periscope“ heißt die Plattform, die dafür eingesetzt wurde, eine (nicht mehr ganz) neue App von Twitter (soll heißen, das Ding gibt’s schon länger, hat sich in Deutschland aber bisher nicht durchgesetzt), mittels derer man Live-Video-Streams übertragen kann (und diese dann noch 24 Stunden lang ansehen kann). Somit konnte ich live der Befragung einiger Polizisten zu einem Crystal Meth Fund in Berlin beiwohnen.

Hier ein kurzes Video zu „Periscope“.

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Filmtipps, Inspiration und so …

Sascha Dinse, Sozialvernetzer und freiberuflicher Dozent für Medienkompetenz und Fachmann für InspirationWer mal das Vergnügen (?) hatte, Teilnehmer*in eines meiner Lehraufträge oder Hörer*in eines meiner Vorträge gewesen zu sein, wird bemerkt haben, dass kulturelle Horizonterweiterung bei mir immer mit dazu gehört. Sei es merkwürdige Musik in den Seminarpausen (♥ Euzen!), seien es Exkurse in Richtung Cosplay, Pro-Gaming oder sonstwas, seien es provokante Musikvideos oder seinen es Filmtipps aus verschiedensten Genres – ich werde nicht müde, das Bewusstsein meiner Opfer zu malträtieren erweitern.

Ich sehe moderne Kommunikation, Social Media, die Entwicklung neuer Technologien und deren Einfluss auf die Menschen aus verschiedenen Perspektiven. Die rein wirtschaftliche interessiert mich dabei am wenigsten, die sozial-philosophische hingegen am meisten. Ich bin Soziologe und Goth, kein BWLer. Daher werde ich hier auch nicht Filme wie „The Social Network“ aufführen, weil … gäääähn. Vielmehr präsentiere ich hier ein paar Tipps abseits des Mainstreams, die vielleicht wirklich horizonterweiternd sein können.

Und los geht’s natürlich mit „Doctor Who“. Wer hätte das gedacht? Naja, alle die mich näher kennen 😛

Komplette Episode: „The Bells of St. John“ (Doctor Who)

Eine weitere großartige Episode der Neuauflage von „Doctor Who“, siebte Staffel. Warum ist diese Folge hier gelistet? Es geht um ein weltweites Netzwerk, in das buchstäblich Menschen hochgeladen werden. Und es wird ein sehr guter Witz über Twitter gemacht. Abgesehen davon ist es „Doctor Who“. Davon kann man gar nicht zu viel oder auch nur genug sehen …

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Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Vielleicht.

Von Reptilienmenschen und Aluhüten … und der Wahrheit

Sascha Dinse, Sozialvernetzer und freiberuflicher Dozent für MedienkompetenzMit der Wahrheit ist das ja so eine Sache. Man kann sie als soziales Konstrukt verstehen, in dem eine Art gesellschaftlicher Konsens als gemeinsame Wahrheit akzeptiert wird, man könnte sie als Resultat objektiver wissenschaftlicher Analysen verstehen – oder: man baut sich einfach eine eigene Wahrheit, die sowohl auf so etwas wie allgemein anerkannte Tatsachen, wissenschaftliche Erkenntnisse und rationale Vernunft schlichtweg verzichtet.

Die Bundesrepublik ist nämlich in Wahrheit gar kein souveräner Staat, vielmehr sind wir nur eine GmbH, Hauptanteilseigner sind die USA (also die, die den Anschlag auf das Word-Trade-Center selbst durchgeführt haben und es den „Terroristen“ in die Schuhe schieben wollen). Die USA wiederum, als Organisation der Illuminaten und Teil der NWO (New World Order), pflegen enge Kontakte zur jüdischen Weltverschwörung, die ihrerseits von den Reptiloiden vom Aldebaraan betrieben wird. Oder ähnlich … Und dass die Mitglieder des englischen Königshauses allesamt Werwölfe sind, weiß ja nun wirklich jeder. Wie, das glauben Sie nicht? Dann haben Sie wohl zuviel von den Chemtrails abbekommen, die unsere Regierung täglich in die Luft sprüht … oder sind Sie etwa ein Schlafschaf, das „Kondensstreifen“ tatsächlich für normale Flugzeugabgase hält? Und „Wolken“ halten Sie etwas auch für natürliche Erscheinungen? Kleiner Tipp: Es wird höchste Zeit, den Aluhut aufzusetzen, denn die Gedankenkontrollsatelliten der CIA können sonst genau sehen, was Sie gerade denken … Read more

‚One does not simply explain memes.‘ Oder doch?

Fast jeder wird im Netz schon mal einem „Meme“ begegnet sein. Abgesehen von der wissenschaftlichen Bedeutung dieses Begriffs (der einen „Bedeutungsinhalt“ beschreibt, der kommunikativ weitergetragen wird) wird der Terminus „Meme“ (engl.) oder „Mem“ (deutsche Schreibweise) für Inhalte verwendet, die im Internet quasi ebendiese Funktion erfüllen: Sie transportieren Inhalte wie Humor, Ironie, Sarkasmus und vieles andere.

Was sind eigentlich Memes?

Hier ein Beispiel:

Beispiel für ein Mem, Boromir aus dem Herrn der Ringe wird häufig dafür verwendet

Ja, hmm, ein buntes Bild und etwas Text. Was ist nun daran das Besondere? Um das zu verstehen, muss man bei einem Internet-Meme sowohl das Motiv als auch den Text und vor allem den Zusammenhang zwischen beidem verstehen.

Im Bild sehen wir Sean Bean als „Boromir“ aus „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“, wie er in Bruchtal den anderen Gefährten (Frodo, Gandalf & Co.) erklärt, dass man nicht einfach so nach Mordor gehen könne: „One does not simply walk into Mordor.“ Dieser Spruch hat es, warum auch immer, zu enormer Popularität gebracht. Wenn man im Netz jemandem erklären will, dass etwas nicht so einfach geht, nutzt man dieses Bild und legt einen entsprechenden Spruch darüber, der klassischerweise mit „One does not simply …“ beginnt.

Memes gibt es in tausendfachen Variationen, die „Grumpy Cat“ ist z.B. eine sehr bekannte Figur. Die grimmig dreinblickende Katze („grumpy“ (engl.) = grimmig) hat es quasi zum Superstar unter den Memes geschafft. Sie wird sehr häufig verwendet, wenn man ausdrücken will, dass irgendetwas nervt. Read more

Rollenspiel als didaktisches Modell – ein Vorschlag

Rollenspiel. In Zeiten von „Fifty Shades of Grey“ gewinnt dieser Begriff in weiten Kreisen der Bevölkerung eine neue Bedeutung. Doch an dieser Stelle soll es nicht um die recht unrealistische Darstellung einer sadomasochistischen Beziehung in einer „Twilight“-Fanfiction gehen (ja genau, das ist der Ursprung von FSoG), sondern um das Fantasy-Rollenspiel.

Rollenspiel – Ist das nicht nur was für Freaks?

Sascha Dinse, Sozialvernetzer und freiberuflicher Dozent für MedienkompetenzIch spiele schon seit vielen Jahren Pen’n’Paper-Rollenspiele und habe dabei einige Spielsysteme kennengelernt. „Pen’n’Paper“ bedeutet übersetzt „Stift und Papier“ (was nur halb korrekt ist, denn für die allermeisten Systeme benötigt man zumindest auch Würfel) und beschreibt, was man zum Spielen verwendet. Spieler einer P’n’P-Runde haben einen „Charakterbogen“ vor sich, ein oder mehrere Blätter Papier, auf denen die Werte, Fähigkeiten, Besitztümer, Waffen und alles andere vermerkt sind, die ihr aktueller Charakter mit sich herumträgt. Die Welten, in denen klassische P’n’P-Runden stattfinden sind dabei extrem vielfältig. Vom Klassiker „Dungeons & Dragons“ mit seinen Elfen, Zwergen, Menschen, Drachen und so weiter über die blutig-zynische Welt von „Warhammer 40k“ mit gewaltigen Schlachten zwischen Armeen aus Menschen, Dämonen und Außerirdischen, über die „World of Darkness“ mit teils zeitgenössischen Settings und einer düsteren Parallelwelt mitsamt Vampiren, Werwölfen, Gestaltwanderern und einigen richtig gruseligen Kreaturen bis hin zur morbid-wahnsinnigen Welt des „Call of Cthulhu“-Universums nach H. P. Lovecraft funktionieren alle Systeme grundlegend gleich: Spieler und Spielleiter begeben sich in eine Spielwelt, die in Regelwerken definiert ist. Die Spieler „steuern“ dabei jeweils ihren Charakter, der Spielleiter verwaltet die Welt außen rum. Klingt komisch, ist aber unglaublich dynamisch. Read more

Populismus-Papst Pfeiffer zieht sich zurück. Und das ist gut so.

Sascha Dinse, Sozialvernetzer und freiberuflicher Dozent für MedienkompetenzEigentlich keine besonders spannende Meldung: Da will jemand, der jahrelang Studien durchgeführt und veröffentlicht hat, mal was anderes machen und verlässt sein Institut. Da es hierbei aber um Prof. Christian Pfeiffer geht, möchte ich ein paar Worte zu der Thematik sagen. Nicht nur als Gamer, sondern als Soziologe und einfach als Mensch.

Eins vorweg: Ich finde den Begriff „streitbar“ unsäglich. Was sagt er aus? Er deutet an, dass jemand bereit ist, über etwas zu streiten. Dass jemand seine Sache vertritt und dafür kämpft. An sich nichts Schlechtes. Doch aus meiner Erfahrung wird „streitbar“ immer dann verwendet, wenn der Streitbare eine Meinung vertritt, die einer objektiven Analyse nicht standhält, die wissenschaftlich nicht gedeckt ist. Von daher, ja, kann man Herrn Pfeiffer „streitbar“ nennen, wie der Spiegel es tut. Ein Kompliment ist das aber nicht. Read more

Kalkulierte Panikmache – Abmahnung wegen Facebook-Share

oder: Wie das Verbreiten von Angst als Geschäftsmodell instrumentalisiert wird.

Sascha Dinse, Sozialvernetzer und freiberuflicher Dozent für MedienkompetenzIn den letzten Tagen verbreitete sich eine Meldung wie ein Lauffeuer: Angeblich sei das erste Mal jemand abgemahnt worden, weil die betroffene Person einen Artikel mittels Share-Button geteilt hatte und dabei in Facebook das Vorschaubilds des Artikels angezeigt wurde, ohne dass der Urheber genannt wird. Urheberrechtsverletzung, angeblich.

Zunächst die Entwarnung: Die Geschichte ist zwar wahr (es gab diese Abmahnung, ob es die erste ihrer Art war, weiß ich nicht), aber nach derzeitiger Lage ist das nur ein Sturm im Wasserglas. Denkt man einen Augenblick drüber nach, wird auch bereits klar warum, noch bevor man sich überhaupt mit der rechtlichen Seite beschäftigt hat.

Wenn ich einen Artikel auf meiner Website erstelle und dort Bilder verwende, werden Soziale Netzwerke beim „Teilen“ eines solchen Inhalts automatisch eines der Bilder aus dem Artikel zu Vorschauzwecken verwenden. So kann es also wirklich passieren, dass ein Foto, für das ich z.B. nur das Nutzungsrecht im Rahmen meines Blogs habe, nicht aber für die Verbreitung in Facebook, als Vorschaubild in Facebook auftaucht. Bedeutet das nun, dass man überhaupt keine Kontrolle darüber hat, ob und wo eigene oder fremde Bilder geteilt werden? Nein, natürlich nicht. Vielmehr lässt sich pro Website und sogar pro einzelnem Artikel ganz konkret festlegen, ob ein Bild als Vorschaubild beim Teilen in Soziale Netzwerke verwendet wird und welches Bild das sein soll. Ich kann beispielsweise in meinem Artikel fünf eigene Fotos verwenden, als Artikelbild (also das, was dann als Vorschaubild verwendet werden soll) aber ein ganz anderes festlegen. Oder ich stelle es so ein, dass gar kein Bild angezeigt wird. Ist also (wie sonst auch im Leben) einzig und allein eine Sache der Einstellung. Read more

Ohne Netz und doppelten Boden

oder: Wie es sich anfühlt, drei Wochen quasi „offline“ zu sein.

Sascha Dinse, Sozialvernetzer und freiberuflicher Dozent für Medienkompetenz„Always on“, das ist das aktuelle Lebensgefühl vieler Menschen und überall und zu jeder Zeit Zugang zum Internet zu haben. Wie sehr auch ich vom Internet „abhängig“ bin, sowohl für berufliche als auch private Zwecke, habe ich unlängst gemerkt, als ich mal für drei Wochen kein Breitband-Internet zur Verfügung hatte.

Ich bin nämlich gerade umgezogen, neue Wohnung, altes Viertel (Friedrichshain, yeah!) und wie es immer so ist, hat die Traumkombi Vodafone+Telekom (ja, das war Ironie) es natürlich nicht so schnell wie gewünscht geschafft, mich wieder ans Netz zu bringen. Dass Vodafone überdies auch keine Ahnung hat, dass ihre ausgegebene Hardware zum Teil mit aktuellen Betriebssystemen nicht funktioniert, erwähne ich hier nur der Vollständigkeit halber. Stichwort: Surfstick und Yosemite 10.10.2 = nix geht.

Für mich bedeutet „online sein“ oder „Netz haben“ schlicht „arbeiten können“ und „Medien konsumieren können“. Daneben erledige ich meine Bankgeschäfte online, kaufe online ein und, und, und … kurzum: ohne Netz bin nicht nur offline, sondern isoliert. Netz zu haben ist für mich so wichtig wie warmes Wasser und Strom. Naja, fast. Ich höre Musik über Spotify, schaue die Tagesschau online, entspanne mich bei „Doctor Who“ auf Netflix und blogge, recherchiere, akquiriere natürlich fast ausschließlich online. Als Dozent für digitale Medienkompetenz liegt das nahe, nehme ich an. Read more

Facebook als Ersatz für selbständiges Denken?

Sascha Dinse, Sozialvernetzer und freiberuflicher Dozent für MedienkompetenzIch gucke ja sehr gern so Science-fiction-Zeug. Unter anderem auch „The Outer Limits“ aus den 90ern. Da gibt es eine Episode („Der Strom“), in der die gesamte Menschheit an ein weltumspannendes Datennetz angeschlossen ist und binnen eines Wimpernschlags jede nur erdenkliche Information direkt ins Hirn übertragen bekommt. Lesen, Rechnen, Dinge lernen – alles unnötig, ebenso selbständiges Denken. Der Strom versorgt jeden mit allem. Naja, solange, bis der Strom irgendwann zusammenbricht und die Menschheit auch einfachste Dinge quasi von Null auf wieder erlernen muss.

Was hat das mit Facebook zu tun?

Soziale Netzwerke, allen voran Facebook, ermöglichen es theoretisch allen Menschen, sich in Windeseile untereinander auszutauschen, Wissen weiterzugeben – eben zu kommunizieren. Soweit, so gut. Read more