Suche
  • sascha@sozialvernetzer.de
  • mobil: 01758602557
Suche Menü

„Tweet’s Anatomy“ (Episode 1: Was ist Twitter?)

Satanische Verse oder nutzbringende Kurznachrichten?
Wann immer „neue“ Medienformen auf den Plan treten, werden zuerst mögliche Missbrauchsszenarien ausgemalt, potentiell negative Einflüsse auf Menschen, Gesellschaft und die Welt allgemein postuliert. Mittels Twitter könnten Wahlen manipuliert werden, wurde seinerzeit befürchtet. Und dann war da noch die Geschichte mit dem aus dem Plenarsaal vorab getwitterten Ergebnis der Wahl zum Bundespräsidenten. Böses Twitter. Einfach heimlich und in Windeseile Nachrichten verfügbar machen. Schäm dich!

Aber halt … im Prinzip sind beides Paradebeispiele dafür, was Twitter ist:

  • extrem schnelles Kommunikationsmedium, beinahe ohne jeden Zeitverzug
  • kurze, auf das Wesentliche beschränkte Nachrichten
  • einfache Nutzung über Mobilgeräte
  • strukturell auf effiziente virale Verteilung und Vernetzung angelegt
  • Einbettung von Links, Erwähnungen, Antworten und privaten Nachrichten
  • weltweit erreichbares Kommunikationsnetzwerk

Folgen und folgen lassen
Twitter ist ein sogenannter „Microblogging“-Dienst. Der Fokus liegt hier auf kurzen, maximal 140 Zeichen langen Beiträgen, die auch „Tweets“ genannt werden. Die Idee dahinter ist so simpel wie bahnbrechend: Schreiben Sie, was Sie gerade machen, woran Sie arbeiten, wo Sie sind, welche interessanten Dinge Sie entdeckt haben. Aber machen Sie es kurz.

tweet_mit_hashtags

Ein Beispieltweet

Kurznachrichten einfach so in Netz stellen, ohne zu wissen, wer sie lesen wird? Das kann doch gar nicht sinnvoll sein, oder? Nun, so hätte wohl jeder gedacht, dem man vor zehn oder fünfzehn Jahren das Konzept von Twitter erklärt hätte. Doch wie der rasante Aufstieg des Dienstes zeigte, funktioniert diese vermeintlich skurrile Idee ganz hervorragend. Auch wenn es bei Twitter keine „Freunde“, sondern nur „Follower“ gibt, funktioniert das Prinzip recht ähnlich: jeder, der mir „folgt“, wird automatisch mit meinen Tweets versorgt, d.h. er findet sie in seiner Twitter-Timeline. Folge ich demjenigen im Gegenzug ebenfalls, sehen wir beide jeweils, was der andere gerade getweetet hat.

Geschwindigkeit ist keine Hexerei – aber fast
Twitter ist von allen aktuellen Diensten der schnellste. Ein geschriebener Tweet ist sofort weltweit auffindbar. Auf diese Weise lassen sich Informationen, News, Links, Bilder oder Videos beinahe ohne Zeitverzug verteilen. Selbst E-Mails oder Beiträge bei facebook erreichen nicht diese Geschwindigkeit. Durch die öffentliche Sichtbarkeit eigenen sich Tweets hervorragend für die Kommunikation, da das Weiterverteilen der Informationen kinderleicht ist. Ein Ursprungstweet kann so innerhalb von Minuten an hunderttausende Twitterer verteilt werden und von dort immer weiter. Falls Sie die #Aufschrei-Debatte vor einiger Zeit verfolgt haben, diese ist ein Beleg für die Schlagkraft, die einzelne Tweets entwickeln können.

Erfolg durch mobile Nutzung
Was nützt ein superschnelles Kommunikationsnetzwerk, wenn man es nicht von unterwegs nutzen kann? Wesentlich für den Erfolg von Twitter ist die Verfügbarkeit von Apps für Mobilgeräte. Foto gemacht, an den Tweet angehängt, kurz was geschrieben und ab damit. Einfach und schnell. Menschen twittern aus der U-Bahn, aus dem Flugzeug, von der Toilette aus. Ob jeder dieser Tweets gehaltvoll ist, sei einmal dahin gestellt.

Warum twittern Menschen? Weil es funktioniert.
Es ist leicht, sich über Twitter-Inhalte lustig zu machen. Wenn jemand schreibt: „Guten Morgen, Welt. Gehe jetzt duschen. #duschtweet“, dann mag man darüber schmunzeln. Abgelöst vom konkreten Inhalt ist diese Art der Kommunikation aber höchst spannend. Menschen geben Informationen preis, auf eine Art und Weise, die es so vorher nicht gab. Die Ebene der Kommunikation ist eine private geworden. Das ist selbstverständlich nicht überall so. Unternehmen twittern offizielle Nachrichten, keine privaten. Doch auch hier ist die Botschaft an das Medium angepasst, kurz und prägnant muss sie sein. Firmen wickeln ihren Kundendienst mittlerweile häufig auch über Twitter ab, Pressabteilungen verbreiten ihre Neuigkeiten über dieses Netzwerk und all das – weil es funktioniert.

Wann ist Twitter sinnvoll und wann nicht?
Twitter ist extrem schnellebig. Was heute um 9:00 Uhr früh noch aktuell durch das Netzwerk schwappte, interessiert am Folgetag um die gleiche Uhrzeit unter Umständen niemanden mehr. Aktualität und Schnelligkeit regieren hier. Wenn Sie aktuelle Informationen effektiv verteilen möchten oder sich an gerade geführten politischen Debatten beteiligen möchten (z.B. zu einer gerade laufenden TV-Sendung), ist Twitter ideal. Wenn Sie jedoch in Ihrer Einrichtung jede nach draußen kommunizierte Nachricht erst in einem stunden- oder gar tagelangen Prozess abnehmen lassen müssen, ist Twitter nicht das richtige Medium. Das Aufbauen einer effektiven Vernetzung ist ein filigraner und langwieriger Prozess. Twitter ist kein Selbstläufer, das Medium lässt sich nur wirklich sinnvoll nutzen, wenn hierfür auch Zeit investiert wird.

Für konkrete Konzepte zum Einsatz von Twitter als Kommunikationskanal in Ihrer Einrichtung, nehmen Sie Kontakt zu mir auf.


Demnächst lesen Sie hier mehr zu Twitter in der zweiten Episode „Der Aufbau eines Tweets„.

Schreibe einen Kommentar