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„Tweet’s Anatomy“ (Episode 3: Tweetdeck)

Ordnung im Chaos

Möchten Sie Twitter intensiv und effizient nutzen, werden Sie sich über kurz oder lang für ein geeignetes Werkzeug entscheiden müssen. So schlicht und schnörkellos die Weboberfläche von Twitter auch ist, so wenig komfortabel ist sie. Alle Retweets, Direktnachrichten und Erwähnung im Blick zu haben ist damit nur schwer möglich. Gänzlich unmöglich ist über die Twitter-eigene Weboberfläche das Verwalten mehrerer Account zur gleichen Zeit. Dazu müssten Sie sich entweder ständig aus dem gerade aktiven Account aus- und in den neuen einloggen, oder mit mehreren Browsern parallel arbeiten. Geht natürlich, nervt aber.

Sinnvoller ist es, spezialisierte Werkzeuge einzusetzen. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass es Dutzende Tools gibt, die das Arbeiten mit Twitter vereinfachen, besondere Funktionen bieten und allerlei wundersame Dinge tun können. Schauen Sie z.B. mal in diese Liste. Bevor Sie nun die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, kann ich Sie beruhigen. Hier und jetzt werde ich Ihnen genau *ein* Werkzeug vorstellen, zum Einstieg quasi.

Zum Bekanntmachen mit der generellen Twitter-Terminologie empfehle ich diesen Artikel hier im Blog.

„Tweetdeck“ ist eine der populärsten Lösungen, wenn es darum geht, eines oder mehrere Twitter-Konten zu verwalten. Die Software steht in mehreren Versionen zur Verfügung: als Desktop-Applikation, als Browser-Plugin für Googles Browser Chrome (und derzeit nur für diesen!) und als Web-App.

tweetdeck

Tweetdeck als Chrome-Plugin ermöglicht eine einfache und schnelle Verwaltung mehrerer Twitter-Konten direkt im Browser.

Unter http://tweetdeck.com/ finden Sie den Desktop-Client und die Möglichkeit, das Browser-Plugin zu installieren. Sie können das Browser-Plugin auch ganz normal über den Webstore von Google Chrome herunterladen.

tweetdeck_chrome_store

Tweetdeck im Webstore des Google Chrome Browsers

Falls Sie weder Software auf Ihrem Rechner installieren dürfen (das ist häufig auf beruflich genutzten Geräten der Fall) noch den Chrome als Browser nutzen, bleibt Ihnen noch die webbasierte Variante von Tweetdeck. Diese erreichen Sie unter: https://web.tweetdeck.com/. Die webbasierte Variante steht für alle Browser zur Verfügung.

Was kann Tweetdeck?

Auf den ersten Blick wirkt die Oberfläche nicht weniger chaotisch und überfüllt mit Nachrichten als die normale Twitter-Website. Durch die parallelen Spalten sieht es hier sogar noch schlimmer aus. Aber halt – genau diese Spalten sind die große Stärke von Tweetdeck. Wenn Sie mal genauer hinschauen, sehen Sie, dass die Spalten Überschriften tragen wie „Timeline“, „Mentions“ oder „Messages“. Tweetdeck bietet Ihnen die Möglichkeit, Twitter-Inhalte nach Wunsch zu filtern. Sie können also in einer Spalte alle Tweets in Ihrem Stream anzeigen lassen („Timeline“), die Erwähnungen Ihres Accounts („Mentions“) in einer anderen, die privaten Nachrichten („Messages“) in einer weiteren. Und damit ist noch lange nicht Schluss. Es können beliebig viele weitere Spalten angelegt werden, die nach Hashtags, Nutzern, Suchworten und einigen weiteren Faktoren filtern. Sie können mit Tweetdeck also den ungezügelten Datenstrom von Twitter in einzelne dünne Scheiben schneiden und sich diese separat anzeigen lassen. Primär ist Tweetdeck also ein Filter, der nicht notwendige und unerwünschte Informationen unterdrücken kann.

tweetdeck_columns

Spalten zu diesen Inhaltgruppen können in Tweetdeck angelegt werden. So wäre es z.B. möglich, je eine Spalte für die Tweets meiner beiden Accounts @sozialvernetzer und @crennas anzulegen.

tweetdeck_socialmediaIm praktischen Einsatz sollte man es mit der Anzahl der Spalten nicht übertreiben, sondern eher nach wirklich sinnvollen Filtekriterien suchen. Sie interessieren sich für „Social Media“? Dann legen Sie doch eine Spalte an, die nach dem Hashtag #socialmedia sucht.

Analog funktioniert das natürlich mit jedem Begriff, der möglicherweise auf Twitter verwendet wird. Die Anzeige der Inhalte erfolgt dabei in Echtzeit, sofern Sie das nicht deaktivieren. Zu Zeiten des #aufschrei-Hashtags hätten Sie also sekündliche neue Tweets in Ihrer Spalte „#aufschrei“ aufploppen sehen. Gut, um das Echo auf Twitter zu verfolgen, schlecht, um wirklich in die Kommunikation einzusteigen. Sie können das „Runterschieben“ der Inhalte aber stoppen, indem Sie ein wenig in der Spalte nach unten scrollen. Dann verharrt Tweetdeck an dieser Stelle, auch wenn oben munter weitere Inhalte nachrutschen.

Natürlich stellt Tweetdeck das gesamte Funktionsspektrum von Twitter zur Verfügung. Sie können direkt aus der Oberfläche heraus Retweeten, Antworten, Favorisieren, Blocken und so weiter. Daneben ist es über Tweetdeck möglich, zeitversetzt zu twittern. Dazu gibt es ein kleines Symbol beim Erstellen eines Tweets.

Multiple Persönlichkeit
Alle gerade beschriebenen Funktionen stehen für beliebig viele Twitter-Accounts zur Verfügung. Sie können diese separat anlegen und dann auch für diese jeweils Spalten anlegen. Wenn Sie neue Tweets über Tweetdeck verfassen, können Sie entscheiden, über welche Ihrer Accounts diese versendet werden sollen.

tweetdeck_tweet_schreiben

In früheren Versionen war es ebenfalls möglich, direkt zu facebook und linkedin zu posten. Diese Funktionalitäten wurden mittlerweile entfernt. Ebenso wird die App für Android und iOS nicht länger angeboten und weiterentwickelt.

Und wo ist der Haken?

Tweetdeck ist kostenlos nutzbar und bietet viele nützliche Funktionen. Aber … Sie müssen sich bei Tweetdeck anmelden, um die Funktionen der Software nutzen zu können. Neben dem regulären Twitter-Account benötigen Sie also einen weiteren für Tweetdeck. Dieser Account wird benötigt, um z.B. mehrere Twitter-Konten über eine Plattform steuern zu können. (edit: das gilt so nicht mehr, man meldet sich mittlerweile direkt mit dem eigenen Twitter-Account an) Da Tweetdeck von Twitter selbst betrieben wird, gelten dessen Datenschutzrichtlinien für beide Dienste. Wenn Sie also mit dem Anlegen eines eigenen Twitter-Kontos den Rubikon schon überquert haben, stellt das Tweetdeck-Konto keine größere Hürde mehr dar. Letztlich ist Twitter ohnehin ein öffentliches Netzwerk und als technischer Betreiber hat Twitter ohnehin auch Einblick in Ihre privaten Nachrichten etc.


Gern stelle ich Ihnen Tweetdeck und seine Funktionen im Rahmen eines Fortgeschrittenen-Seminars näher vor. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, ich melde mich umgehend zurück.

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